HowTo: Wie dehydriere ich meine Mitarbeiter

Mitarbeiter erfolgreich dehydrieren. So schaffen es auch Sie!

 

Es war einmal…

Mein erster Job nach dem Studium führte mich zu einem großen deutschen Automobilbauer. Nach mehreren Interviewrunden mit diversen Entscheidungsträgern erhielt ich den langersehnten Arbeitsvertrag und sollte einige Wochen später in der Abteilung Softwareentwicklung anfangen.

Ich war Teil des Teams, das für die Prozesse der Qualitätssicherung zuständig war. Das Ganze fand in einem Gebäude mit erhöhter Sicherheitsstufe statt. Die Großraumbüros waren mit Zugangskarten gesichert.

… eine Mitarbeiterin ohne Zutrittsberechtigung…

Wie es so oft in der Praxis der Fall ist, hatte anscheinend niemand mit meinem plötzlichen Erscheinen an jenem Ersten des Monats gerechnet. Ich hatte kein Telefon, keinen Computer, keinen Emailzugang und keine Zutrittskarte.

Unglücklicherweise waren die Toiletten außerhalb des gesicherten Zugangs. Im Klartext: Jedes Mal, wenn ein Mitarbeiter das Büro verließ, um aufs Klo zu gehen, brauchte er eine Zugangskarte, um wieder ins Büro zu kommen.

Aus Sicherheitsgründen durften die Zugangskarten nicht an andere ausgehändigt werden (und alle hielten sich daran).

Die Schreibtische waren zu weit von der Tür weg, um Klopfen zu hören, und es gab keine Klingel.
Gastkarten gab es keine, Ersatzkarten erhielten nur diejenigen, die bereits eine Karte besaßen. Z.B. wenn diese zu Hause vergessen wurde.

Zusammengefasst: Ich hatte keine eigene Karte und keine Möglichkeit, mir eine zu leihen. Nicht mal für ein paar Minuten.

… die beim pinkeln überwacht wurde …

Die geniale Lösung: Jedes Mal, wenn ich die Toilette benutzen wollte, begleitete mich ein Kollege (es waren keine anderen Frauen in der Abteilung tätig), wartete vor der Klotür solange bis ich fertig war, und ließ mich dann wieder rein. Eine Woche lang. Was für ein Spaß.

Ich habe in dieser Woche nicht viel getrunken, und ich war fast schon erleichtert, dass ich nicht in der Kantine essen gehen konnte (dafür brauchte man ebenfalls die Karte – und ich hatte ja keine).

… und keiner fand das merkwürdig …

Da fühlte ich mich gleich willkommen.

Leider gibt es Unmengen solcher Geschichten da draußen. Möchte jemand teilen?

 


 

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